Montag, 1. Mai 2017

Gender und Genderinnen

Neulich fand der March for Science statt. Viele haben dafür geworben und mitgemacht, unter anderem auch die Uni Witten/Herdecke. Was auf den zweiten Blick etwas überrascht, denn dort gibt es etwas, was man an andern deutschen Unis bislang noch vergeblich sucht, nämlich eine Universitätsprofessur für Lebensqualität, Spiritualität und Coping.

Nicht mehr ganz so jung, aber auch aus der Reihe "Was es nicht so alles gibt", sind die Lehrstühle für Mathematik und Gender Studies, die neuerdings aus der deutschen Universitätslandschaft sprießen wie Löwenzahn. Auf diesen Gebiet wird also inzwischen ernsthaft geforscht. Ein Ergebnis dieser Forschung findet man hier. Bettina Langfeldt und Anina Mischau aus den Genderhochburgen Hamburg und Berlin beschweren sich in diesem Artikel darüber, dass sie mit ihrer Forschung der Zeit weit voraus sind. Dabei wäre ihre Arbeit für die gesunde Ausbildung von Lehrern eigentlich unabdingbar, denn

     Genderkompetente Lehre impliziert gute Lehre, gemäß der 
     Definition, dass eine gute Lehrkraft über ein "großes 
     Repertoire an wirksamen Lehrstrategien, Lehrmethoden und 
     Lehrfertigkeiten" (WEINERT, 1996, S.146) verfügt und diese 
     gendersensibel einsetzen kann.

Die Autorinnen berufen sich hier auf eine "Definition" einer guten Lehrkraft von Weinert. Bei ihm heißt es dazu

     ein guter Lehrender verfügt über ein großes Repertoire an 
     wirksamen Lehrstrategien, Lehrmethoden und Lehrfertigkeiten, 
     die sich durch enge, empirisch gesicherte Zusammenhänge mit 
     überdurchschnittlichen Schülerleistungen bewährt haben.

Dazu gibt es Einiges zu sagen.
  1.  Das ist keine Definition eines guten Lehrers, ebensowenig wie "Ein gutes Haus hat Fenster" eine Definition eines guten Hauses ist. Weinert gibt hier eine Eigenschaft an, die ein guter Lehrer seiner Meinung nach haben sollte. 
  2.  Die Autorinnen setzen an die zitierte Weinertsche Definition die Bedingung, dass der Lehrer dieses Repertoire "gendersensibel einsetzen kann". Das ist nicht Teil der Weinertschen Definition. So geht man nicht mit Quellen um.
  3. Selbst wenn es die Weinertsche Definition wäre und nicht die Erfindung der beiden Autorinnen, dann würde sie besagen, dass ein guter Lehrer sein Repertoire "gendersensibel einsetzen kann". Die Behauptung "Genderkompetente Lehre impliziert gute Lehre", welche die Autorinnen aus der gefälschten Definition ableiten wollen, zeigt, dass sie nicht verstanden haben, dass A ⇒ B und B ⇒ A zwei ganz verschiedene Aussagen sind. Aus "Jedes Quadrat ist ein Rechteck" folgt eben nicht, dass jedes Rechteck ein Quadrat ist, und aus "jeder gute Lehrer unterrichtet genderkompetent" folgt nicht, dass wer genderkompetent unterrichtet, ein guter Lehrer ist. Früher hat man das in der allerersten Vorlesung eines Mathematikstudiums gelernt, heute kann man die Arbeitsgruppe "Gender Studies in der Mathematik" an der FU Berlin leiten und es zur Gastprofessur für Gender Studies in der (Didaktik der) Mathematik bringen, wenn man vom einfachsten logischen Schluss keine Ahnung hat. Zumindest, würde ich bemerken, wenn ich böse wäre, als Frau. 
Gendergeforscht wird auch anderswo: Frau Prof.  Andrea Blunck zitiert in ihrer Präsentation die "These von Ellen Harlizius-Klück", wonach die Sätze der Arithmetik Euklids aus der von Frauen ausgeführten Musterweberei stammen.
Darauf muss man erst mal kommen. Man hat sich ja langsam daran gewöhnt, dass der Satz des Pythagoras von Frau Pythagoras (Theano) und die Relativitätstheorie von Frau Einstein stammen soll, während die Bücher Diophants ganz zweifellos zum größten Teil von Hypatia geschrieben worden sind. Ein Ende der genderbewussten Geschichtsschreibung ist noch nicht absehbar.

Auch an der PH Ludwigsburg ist die Genderista aktiv. Dor findet man den Artikel "Geschlechtsspezifische Unterschiede im Gehirn und mögliche Auswirkungen auf den Mathematikunterricht" von Birgit Ulmer,  für den sie den Genderpreis der PH Ludwigsburg im Jahr 2005 erhalten hat (das muss bitter sein, wenn man keine Preisin erhält).

Frau Ulmer zeigt gleich zu Beginn, wie viel sie von logischem Schließen versteht:

    Der Test wurde an einer Mädchenrealschule ohne eine 
    Begründung abgelehnt. Man hatte wahrscheinlich Bedenken 
    schlechter abzuschneiden als eine gemischte Realschule.

Dann beklagt sie sich über die schlechte Welt:

      Leider herrscht das Vorurteil, dass Mädchen in 
      Naturwissenschaften den Jungen unterlegen sind, immer noch 
      vor. Wie kann man diesen Vorurteilen entgegenwirken?      

Ganz einfach, sagt sie sich: mit einer Studie. Leider gibt es eindeutige Ergebnisse:

     Erschreckend ist, dass Mädchen generell schlechter abschneiden 
     als Jungen. . . .  Weiterhin ist ersichtlich, dass Mädchen bei 
    Transfer-Aufgaben große Schwierigkeiten haben.

Das scheint das Vorurteil nur vordergründig zu bestätigen. In Wirklichkeit ist alles viel komplizierter:

      Mathematik kann man eben oder kann man nicht - dieser Satz 
      kommt Mathematiklehrern nur allzu oft über die Lippen.
      Besonders den Mädchen wird suggeriert, dass Frauen und 
      Naturwissenschaften nicht zusammen passen.

Mathematiklehrer  sind also schuld, und zwar, wie man an der ungegenderten Berufsbezeichnung erkennen kann, nur die männlichen. Als Mathematiklehrer an einem Mädchengymnasium kann ich bestätigen, dass der Satz "Mädchen sind zu doof für Mathe" unser tägliches Mantra ist. Außer der Abschaffung männlicher Mathematiklehrer gibt es noch eine zweite Therapie:

     Dass Mathematik auch Spaß machen kann, ist leider vielen Schüler 
     nicht bewusst. Dem kann Abhilfe geschaffen werden, indem mehr 
     Alltagsphänomene mit der Mathematik verbunden werden.

Inzwischen gibt es kaum noch eine Mathematikstunde ohne Alltagsphänomene, aber der Spaßfaktor in Mathematik ist dadurch nicht gewachsen. Nicht einmal, möchte ich aus Erfahrung behaupten, bei Mädchen.

Da bleibt wohl nur die harte Kur, die man an der Wayne State University begonnen hat: dort hat man die Mathematikkurse zugunsten von "irgendetwas mit diversity" abgeschafft. Wenn also das ganze Gendern nicht hilft, bleibt das als Ausweg, und alle Universitäten, die jetzt schon Genderlehrstühle in Mathematik und Naturwissenschaften haben, werden dann im Vorteil sein.  

Zu guter Letzt ein Hinweis auf das Theaterstück Die Wolken des Aristophanes, das schon fast 2500 Jahre auf dem Buckel hat. Darin macht sich Aristophanes über die Sophisten seiner Zeit lustig, als deren Chef er Sokrates gesehen hat. Dieser soll dem verschuldeten Bauern Strepsiades die Kunst beibringen, Unrecht zu Recht zu machen, damit er seine Schulden nicht bezahlen muss. Sokrates lässt ihn männliche Tiere nennen, und Strepsiades nennt Widder, Stier, Bock, Hund und Spatz. Sokrates erklärt ihm, dass es nicht angehe, mit Spatz männliche und weibliche Spatzen zu bezeichnen, sondern dass es Spatz und Spätzin heißen müsse. Als Dank für diese Lehre befürchtet Strepsiades, er müsse den Backtrog von Sokrates bis zum Rand füllen, worauf dieser ihm erklärt, der Backtrog müsse ja wohl weiblich sein (mit einem Insiderwitz: der Backtrog ähnle Kleonymos; dieser Politiker war des öfteren das Ziel des Spotts von seiten des Aristophanes, weil Kleonymos in der Schlacht seinen Schild weggeworfen haben und desertiert sein soll). "Allein im Ernst - wie muss ich sagen?", fragt Strepsiades, und bekommt als Antwort:

      "Backtrögin"! Wie du sagst "die Demagögin".   

Oder, wie es bei manchen Grüninnen schon heißt: Elterinnen.

Kommentare:

  1. Der Fehler, der in der Genderforschung gemacht wird, ist schnell benannt: Man versteift sich auf das Geschlecht als einzigen in Frage kommenden Faktor und blendet andere Zusammenhänge aus. Diese a priori Annahme wird meist schlecht bis gar nicht begründet, sie wird einfach vorausgesetzt.

    Aus dieser enggeführten Betrachtung werden dann Modelle entwickelt, die zwar in sich schlüssig sind, die aber einen großen Teil der Empirie ausblenden. In der Folge sind sie dann auf die Wirklichkeit nicht anwendbar.

    Kurz gesagt: die Gender-Forschung produziert Dinge, die in den jeweiligen Fachdisziplinen aus gutem Grund geschmäht werden: weil sie unbrauchbar sind.

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  2. mit Verlaub: gender mainstreaming ist eine Geisteskrankheit (paranoide Schizophrenie) resultierend aus Dekadenz...

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  3. Mal im Ernst: Nicht Geisteskrankheit, es ist eine religionsähnliche Weltanschauung, ein Schritt zurück ins finstere Mittelalter. Ich finde das Wort "Links-Kreationismus" gar nicht so dumm - einmal, weil der dahintersteckende Konstruktivismus das Individuum quasi zum Schöpfer eines eigenen Universums erhebt, und zum Zweiten, weil dieses Phänomen nur im linken Spektrum auftaucht.
    Tja, und was stört oder was man nicht kann oder hat, wird im jeweils eigenen Universum halt nicht zugelassen. Fertig.
    Ob das ein Ergebnis der Erziehung antiautoritär erzogener Eltern ist?

    Ich sage solchen Leuten immer: Konstruiere Dir ein Brötchen, wenn Du Hunger hast. wenn Deine Lehre stimmt, dann sollte das in Deinem Narrativ ausreichen, um satt zu werden.

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    1. Ihre Analyse geht zu tief.
      Neid (P....-Neid nach Freud) und unendlicher Hass auf Männer allgemein, kennzeichnen diese psychopathischen Verwirrten.
      zB vor einigen Wochen bin ich bei einer Grillparty am Rhein mit 2 "antifa" LesbinInnen ;-) zusammengerasselt, d.h. die beiden haben ab ihrer Ankunft merklich für alle ihren Hass auf fröhlich grillende Männer inkl ihrer hübschen Frauen immer weiter gesteigert bis es irgendwann eskalierte. Solch eine Gossensprache, den die beiden komplett in schwarz gekleideten, hässlichen Bratzen versprühten, haben Sie noch nicht gehört, unfassbar! Wurden dann unter lautstarkem Protest von allen anderen zusammengestutzt und des Platzes verwiesen. Erschreckend & ekelhaft deren Hass & Neid!

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